Archiv für den Monat: November 2009

Kleine Unterschiede

Heute habe ich meinen zweiten Tag in Mumbai verbracht und ich will mal berichten, welche Unterschiede mir zwischen Indien und Deutschland aufgefallen sind.

Shopping

Hiren und ich sind heute in mehreren Shoppingmalls unterwegs gewesen. Man kann diese mit den Einkaufszentren in Deutschland vergleichen, aber es ist trotzdem anders. Gleich beim betreten bekommt man dies zu spüren. Um die Mall betreten zu können, muss man(n) und auch Frau erstmal eine Sicherheitskontrolle passieren. Hier gibt es für Männlein und Weiblein separate Kontrollen.

In der Mall kommt man sich ziemlich einsam vor.  Es ist keine Vergleich mit dem Treiben auf den Straßen in Mumbai oder in den anderen Orten. Das ist ungefähr so, als ob auf der Zeil alles voll Menschen ist und sowie Ihr das MyZeil betretet, könnnt Ihr die Leute, die Euch entgegen kommen an einer Hand abzählen. Das liegt auch daran, dass das Preisniveau in den Malls bedeutend höher

Nachdem Ihr in einem größeren Kaufhaus etwas gekauft habt, solltet Ihr beim Verlassen des Kaufhauses Euren Kassenbon bereithalten, da dieser hier nochmal kontrolliert und abgestempelt wird. Sicher ist sicher.

Zum Abendessen waren wir heute bei Hirens Schwester eingeladen und morgen sind wir bei Meghas Eltern eingeladen. Als Gast wollte ich natürlich nicht mit leeren Händen dastehen und wollte die Gelegenheit auch gleich nutzen und zwei Gastgeschenke besorgen. Nachdem ich etwas ausgesucht habe, dachte ich mir, mach es nicht unnötig kompliziert und hole für beide Gastgeber das Gleiche. Hiren hat mich dann aber darauf hingewiesen, dass man in Indien unterscheiden muss, ob man Verwandte des Mannes oder der Frau besucht. Bei den Verwandten der Frau wird dies nicht erwartet, das man ein Geschenk mitbringt und wenn, dann wirklich nur eine Kleinigkeit. Man würde die Gastgeber hier eher in Verlegenheit bringen. Ok, dann man muss also doch ein anderes Geschenk her.

Straßenverkehr

Wie schon erwähnt ist der Straßenverkehr in Indien etwas chaotischer als bei uns. Es zählt die lauteste Hupe, langsamere Autos haben hinten die nette Aufschrift „Please Horn“, rote Ampeln sind nur eine Empfehlung und kein Muss und wozu es eigentlich Fahrbahnmarkierungen gibt, ist mir hier echt ein Rätsel. Auch wieviele Personen in einem Auto sitzen und wieviel Gepäck mitgenommen wird, ist eher freie Auslegungssache. Was passt, das passt eben.

Was sich in Indien aber sehr unangenehm bemerkbar macht ist die sehr starke Luftverschmutzung. Man hat jeden Tag das Gefühl, dass man durch eine Dunstglocke läuft. Für Asthmatiker ist der Aufenthalt mit Sicherheit hart.

Duschen

Wie jetzt, was ist beim Duschen anders? Auf alle Fälle wird auch mit Wasser geduscht. Was mir aber in jedem Hotel aufgefallen ist, es gibt im Badezimmer keine abgetrennte Duschkabine, sondern das ganze Badezimmer ist die Duschkabine. Das Badezimmer ist etwas tiefer gelegt, als das Hotelzimmer und im Boden gibt es einen Abfluss. Doof ist natürlich, wenn der Abfluss mal versehentlich verstopft ist und dann plötzlich das ganze Zimmer unter Wasser steht. In Indien ist es auch keine Selbstverständlichkeit, dass die Zimmer rund um die Uhr warmes Wasser haben, gerade wenn man in eher kleineren Hotels ist. Um sicher zu gehen, dass man warmes Wasser hat, sollte man rechtzeitig an der Rezeption Bescheid geben. 

Ebenfalls auffällig in Indien ist, das in jeder Dusche ein großer Eimer und ein Becher steht. Hiren hat mir erklärt, dass Inder lieber den Eimer mit Wasser füllen und mit dem Becher immer das Wasser aus dem Eimer nehmen, um sich abzuduschen. Ich denke das ist auf alle Fälle eine sehr gute Möglichkeit, um Wasser zu sparen. Das kann man als sehr positives Beispiel nehmen.

 

Tata,

Gimli

S-Bahnsurfen in Mumbai

Den heutigen Vormittag haben wir erst einmal relaxt und uns von unserer Rundreise erholt. Am Nachmittag bin ich mit Hiren eine Runde S-Bahnsurfen gewesen ;-). Wir sind mit dem Zug ins Zentrum von Mumbai gefahren. Wie bei so vielen Sachen in Indien, muss man auch hier etwas Geduld mitbringen. Das fängt schon beim Kauf eines Tickets an. Eine lange Schlange vor den Ticketschaltern zeigt an, dass dies jetzt erstmal ein Weilchen dauern kann. In welcher Reihe man steht ist dabei erst mal vollkommen unwichtig, am Schalter zählt dann sowieso nur, wer am lautesten hier (oder was man auch immer auf Hindu dem Ticketverkäufer zuruft) schreit und mit dem Geldschein wedelt.

Wenn der Zug einfährt, sollte man schauen, was vorne dran steht, wo der Zug hinfährt. Die Anzeigetafel auf dem Bahnsteig ist da für den ungeübten Europäer nicht verständlich. Das Ziel wird nur durch einen Buchstaben angegeben, z.B. C wie Churchgate. Wenn Stationen an der Anzeigetafel angezeigt werden, dann handelt es sich hierbei um die Stationen, wo der Zug nicht hält.

Beim Einsteigen sollte man darauf achten, dass man auch dort in der Klasse einsteigt, für die man ein Ticket gelöst hat und auch dass man nicht versehentlich in dem „Ladies“-Abteil einsteigt und entsetzte Blicke der Damen auf sich zieht (Oopsie). 

Ein richtiges Abfahrtssignal gibt es nicht, daher sollte man sich beim Einsteigen beeilen. Zumindest muss man sich keine Sorgen machen, in der Tür eingeklemmt zu werden, da die Türen eh nicht geschlossen werden und dann ruhig mal einen Moment das S-Bahnsurfen genießen. Der Fahrtwind tut bei den schwül-warmen Temperaturen richtig gut.

In der City angekommen, ging es erstmal weiter in Richtung Hafen zum Gateway of India. Im Zentrum selbst sieht man bei vielen Gebäuden noch den Einfluss von der britischen Kolonialzeit. Unweit vom Gateway of India befindet sich das Taj Hotel, wo vor ziemlich genau einem Jahr der Bombenanschlag in Mumbai stattgefunden hatte. Von dem Anschlag selbst ist am Hotel nichts mehr zu sehen, da dies komplett wieder renoviert wurde. Jedoch war der Anschlag selbst ein gr0ßes Thema in den indischen Medien, gerade auch vor dem Hintergrund, dass in den USA zwei Täter gefasst wurden und bei einem Beziehungen zum amtierenden pakistanischen Premierminister festgestellt wurden.

Abschließend gab es heute Abendessen in einem internationalen Standardrestaurant. 😉 Big Mac gibt es hier nicht, dafür aber den Big Maharaja Chicken. Ich habe mich für ein indisches Gericht entschieden, Paneer Wrap.

Fazit: Lieber in einem normalen Restaurant ein Veg Thali essen. Ist günstiger, man bekommt mehr und es schmeckt lecker. 😉

Tata,

Gimli

Frankfurt vs. Mumbai

5 : 28

Von der Temperatur her also eine klare Führung für Mumbai. 😉
Am Montag sollen es dann 30°C werden.

Den heutigen Tag waren wir noch mal in Jaipur unterwegs und haben auf dem Markt eine Einkaufstour gemacht. Am Nachmittag ging es dann mit den Flieger über 1.000 km in südliche Richtung nach Mumbai. Das hat sich beim Ausstieg aus dem Flugzeug auch sofort bemerkbar gemacht und ich von einer sehr warmen und schwülen Luft empfangen wurde. Mit dem Taxi ging es dann zu Hirens Wohnung. Hirens Schwester und Mann haben uns dort bereits erwartet und das Abendessen vorbereitet. Es gab heute Abend südindische Küche, also etwas schärfer. Inzwischen habe ich mit der Schärfe keine Probleme. Wahrscheinlich wird es dann in Deutschland etwas ungewohnt, wenn alles etwas lasch schmeckt. 😉

Bis bald,

Gimli