Delhi

Heute war Sightseeing in Delhi angesagt. Um am schnellsten von einem Ort zum anderen zu kommen, haben wir uns ein Auto gemietet. Ich fragte Hiren, ob er sich in Delhi gut auskennt, aber er meinte das ist kein Problem mit dem Auto. Achso meinte ich, da ist ein Navi drin. Nein, meint Hiren, wenn Du in Indien ein Auto mietest, ist der Fahrer inklusive.
Heute früh stand dann unser Mietwagen mit Fahrer beim Tempel, um uns abzuholen.
Unsere Stadtrundfahrt kann somit beginnen. Ein Hinweis noch vorweg, bei den Eintrittspreisen zu den Sehenswürdigkeiten gibt es zwei Preisklassen. Für einheimische kostet der Eintritt 10 Rps., für Fremde 250 Rps.

Red Fort (Lal Qila)

Zuerst besichtigten wir das Red Fort. Das Red Fort ist eine gewaltige Festung, welche einst von den Großmoguln errichtet wurde. Es stammt aus der Blütezeit der Moguln, wobei diese recht kurz in Indien war. Shah Jahan begann 1638 mit dem Bau des Forts, und 1648 wurde es fertiggestellt. Er schaffte es aber nicht ganz, seine Hauptstadt von Agra in die neue Stadt Shahjahanabad in Delhi zu verlegen, denn er wurde von seinem durchtriebenen Sohn Aurangzeb abgesetzt und in Fort Agra eingesperrt.
Vom früheren Glanz des Forts ist jedoch nur noch ein Sandsteingerippe übrig geblieben. Die Sandsteinmauern des Forts sind 2 km lang und zwischen 18 m auf der Flussseite und 33 m auf der Stadtseite hoch.

Jama Masjid

Die atemberaubende Moschee ist die größte Indiens und zugleich das letzte architektonische Großprojekt Shah Jahans. Die Bauarbeiten begannen 1644 und wurden erst 1658 abgeschlossen. Die Moschee besitzt neben drei Toren und vier verwinkelten Türmen auch zwei 40 m hohe Minarette. Das Bauwerk besteht aus abwechselnden Streifen vom roten Sandstein und weißen Marmor. Im Innenhof der Moschee ist Platz für 25.000 Gläubige.

Humayuns Tomb

Ein Besuch des Grabmals ist ein absolutes Muss und ein Musterbeispiel für frühe Mogularchitektur des 16. Jahrhunderts. Humayuns Tomb kann als VorgŠnger des Taj Mahals in Agra angesehen werden.

Qutb Minar

Etwas ausserhalb von Delhi (zum Glück hatten wir einen Mietwagen samt kundigen Fahrer) befindet sich das Qutb Minar. Die imposanten Gebäude entstanden zu Beginn des islamischen Herrschaft in Indien. Der Qutb Minar selbst 73 m hoher Siegesturm, mit dessen Bau im Jahre 1193 begonnen wurde. In der Basis hat der Turm ein Durchmesser von 15 m und verjüngt sich nach oben auf 2,5 m an der Spitze.
Der Turm hat 5 Stockwerke, mit jeweils einem vorspringenden Balkon. Die ersten drei Stockwerke sind aus rotem Sandstein, die letzten beiden aus Marmor und Sandstein. Heute neigt sich der beeindruckend verzierte Turm zur Seite, eine Besteigung ist daher nicht mehr möglich.
Am Fuße des Turms befindet sich die erste überhaupt in Indien erbaute Moschee. Im Innenhof befindet sich eine 7 m hohe eiserne Säule, die schon lange vor dem Bau der Moschee dort stand. Laut einer Innenschrift ist sie ursprünglich außerhalb des Vishnu-Tempels zu Ehren von Chandragupta II. aufgestellt wurden, der von 413 – 375 vor Christi herrschte. Leider gibt es keine Info darüber wie die Säule hergestellt wurde. Das Eisen ist aus bemerkenswerter Reinheit und Wissenschaftler haben bisher nicht herausgefunden, welche Technik verwendet wurde und warum sie nach 2.000 Jahren noch nicht gerostet ist.

Nach den Besichtigungen hatten wir es sehr eilig zum Bahnhof zu kommen, um unseren Zug nach Haridwar noch zu erreichen. Dies stellt sich bei dem Berufsverkehr in Delhi als sehr große Herausforderung dar. Auch diese Zugfahrt war wieder ein Erlebnis wert. Dieses Mal sind wir mit einer Art IC gefahren, nur das hier sechs Plätze pro Reihe im Großraumwagen sind. Es hat eine Weile gedauert, bis wir unsere Plätze einnehmen konnten, da sie schon besetzt waren. Das ganze hin und her mit dem Gepäck und die Diskussionen – ich war sehr froh das Megha und Hiren dabei waren und alles gemanagt haben. Im Zug konnte man sich nicht groß bewegen, aber es ging ständig Personal durch, das Wasser und Süßigkeiten verkauft hat. Ausserdem wurde man an jedem Bahnhof direkt am Fenster mit warmen Tee oder Kaffee versorgt. Für das Problem mit dem Müll haben die Inder eine pragmatische Lösung. Wozu hat der Zug große Fenster? Auch sollte man ungefähr wissen, wann uhrzeitmäßig ankommen soll. Auf alle Fälle nicht vor der erwarteten Uhrzeit aussteigen. An der Station wo man meint aussteigen zu wollen, sollte man vorher noch mal fragen, ob das die richtige Station ist. An den Bahnhofsschildern (die nicht immer vorhanden sind) kann man dies nicht immer erkennen.

Morgen werde ich von Rishikesh und Haridwar berichten, bis dann,

Gimli

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