Archiv für den Monat: Dezember 2012

Kochi

Die letzte Station unserer Rundreise war Kochi, die Königin am Arabischen Meer. Von Kovalam war es eine sehr lange Fahrt bis nach Kochi. Von der Strecke waren es nur etwas über 200 km, aber wir hatten hierfür ungefähr 9 Stunden benötigt. Das hing zum größtenteils damit zusammen, dass fast die komplette Strecke einspurig pro Richtung gewesen ist und wir auch so ziemlich jeden Ort an der Küste mitgenommen, da es keine Umgehungsstrassen oder so etwas gab. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit betrug zudem nur 70 km/h. Unser Fahrer hat, mit in unseren europäischen Augen riskanten Überholmanövern, sein bestes getan, damit wir so schnell wie möglich unser Ziel erreichen konnten. Insgesamt ist Autofahren in Indien ein Abenteuer, dass man am besten den Einheimischen überlässt und sich im Beifahrersitz lieber zurücklehnt und Scheinwerfer des entgegenkommenden Fahrzeugs einfach auf sich zukommen lässt.

Die Abendstunden in Kochi haben wir genutzt, um die wunderschöne und erlebnisreiche Rundreise mit einem Spaziergang und Eis am Marine Drive ausklingen zu lassen.

Vielen Dank an Megha und Hiren für die Organisation dieser fantastischen Rundreise.

Kovalam Beach

Am späten Abend hatten wir gestern unser Hotel in Kovalam nach unserem Trip nach Kanyakumari erreicht. Zum Glück konnten wir im Restaurant, welches sich auf dem Dach des Hotels befindet, noch zu Abendessen. Die Kellner waren auch so nett, für uns zwei Tische auf der Aussenterasse aufzustellen, so dass wir unser Abendessen unter dem Sternenhimmel genießen konnten. Der Name des Restaurants „Cloud Seven“ war somit sehr passend.

 

In Kovalam hatten wir zwei Nächte eingeplant und heute ging es nach Thiruvananthapuram (Trivandrum), die Hauptstadt von Kerala. Dort wollten wir den Padmanabhaswamy-Tempel besuchen. Der Tempel ist dem Hindugott Vishna gewidmet und beherbergt im inneren eine riesige teils vergoldete Statue von Vishna auf der Schlange Ananta liegend. Aufsehen erregte der Tempel im Jahre 2011, als in den seit mehr als 130 Jahren verschlossenen Kellerräumen ein riesiger Schatz an Diamanten, Rubinen und Goldmünzen gefunden wurde. Aktuell wurden noch nicht alle Kammern geöffnet, in denen noch weitere Schätze vermutet werden. Die Sache mit dem Besuch des Tempels hatte nur einen Haken, der Zutritt zum Tempel ist nur Hindus gestattet. Ich musste somit leider draussen warten.

 

Nach dem Besuch des Tempels waren wir im Zoo von Thiruvananthapuram. Hier gab es zum Glück keine religiösen Einschränkungen, um Zugang zum Zoo zur erhalten. In dem 1857 eröffneten Tierpark ist ein Großteil der Tiere in Freigehegen untergebracht. Seit 1995 wird in einem großangelegten Projekt mit Unterstützung der Regierung in Kerala der Park vollständig modernisiert.

 

Nach unserer Rückkehr nach Kovalam hatten wir uns ein Bad im Arabischen Meer redlich verdient. Die Wassertemperaturen waren sehr angenehm und bei schönen Wellengang hat das Baden einen riesigen Spaß gemacht.

Kanyakumari – Der südlichste Punkt Indiens

Ziel unserer heutigen Fahrt war Kanyakumari, der südlichste Punkt des indischen Subkontinents, wo die drei Meere (Indischer Ozean, Golf von Bengalen und Arabisches Meer) aufeinander Treffen. Wir haben hierbei heute auch den Bundesstaat Kerala verlassen und sind jetzt im Bundesstaat Tamil Nadu.

Auf dem Weg nach Kanyakumari haben wir den Suchnidram Tempel besucht, der im inneren exquisite Skulpturen und musikalische Säulen, die den Gottheiten Brahma, Vishnu und Shiva gewidmet sind, beherbergt. Zutritt zum Tempel gab es nur Barfuß und für die Herren zusätzlich mit freien Oberkörper. Bei knapp 40°C Außentemperatur war das eine sehr hitzige Angelegenheit mit nackten Füßen über den heißen Asphalt zu laufen. Im Tempel selbst war Fotografieren verboten.

In Kanyakumari haben wir mit der Fähre das indische Festland kurzzeitig  verlassen, um uns die Gedenkstätte des hinduistischen Philosophen Vivekananda und die Statue des tamilischen Dichter Tiruvalluvar anzusehen, die sich auf einem Felsen kurz vor dem Festland befinden. Auf dem Felsen gibt es ebenfalls einen Fußabdruck, den die Frau Shivas hinterlassen hat, nachdem sie auf dem Felsen meditierte.

Ein Höhepunkt des heutigen Abends war der Sonnenuntergang, den wir uns von der Nähe des Mahatma Gandhi Denkmals aus angesehen haben. Ein Teil der Asche von Gandhi wurde 1948 hier in Kanyakumari im Meer verstreut.