Balaton Tag 6: Balatonudvari – Halbinsel Tihany – Balatonfüred – Székesfehérvár

Heute begann unser Tag mit einem Frühstück vor dem Mini Coop in Balatonudvari. Dann machten wir uns auf die Strecke.

Unser erstes Highlight kam schon nach knapp zehn Kilometern. Wir fuhren auf die Halbinsel Tihany und hinauf zum Kloster Tihany. Die Benediktinerabtei wurde bereits im Jahre 1055 gegründet. Der Vorteil, wenn man so früh hier ist, ist man ganz allein und kann sich alles in Ruhe von außen anschauen. Niemand steht einem beim Fotografieren im Weg. Der Nachteil, man kann sich nur alles von außen anschauen, weil noch alles geschlossen hat.

Von Tihany ging es in Richtung Balatonfüred. Dort ist der Start und das Ziel vom „NN Ultrabalaton“. Die „Balaton Ultras“ die uns aus unserer Richtung vor Balatonfüred entgegen kamen, sahen noch ziemlich frisch und motiviert aus, da sie gerade gestartet waren. Aus unserer Perspektive hinter Balatonfüred, für die Läufer kurz vorm Ziel, sahen sie nicht mehr so frisch, aber immer noch motiviert aus.

In Balatonfűzfő, kurz bevor wir den Balaton, verließen, machten wir noch eine Pause am Strand. Ich kühlte mir auch die Füße im See, aber das Wasser war noch sehr, sehr kalt. Bei Balatonakarattya bogen wir links ab und fuhren auf dem Radfernweg „Budapest-Balaton“ weiter. Unser heutiges Ziel ist Székesfehérvár (Stuhlweißenburg). Thilo hat zu der Stadt und ihrem Namen folgendes recherchiert:

Der Name Stuhlweißenburg klingt erstmal seltsam, hat aber eine interessante historische Herkunft. Gemeint ist die Stadt Székesfehérvár in Ungarn, deren deutscher Name „Stuhlweißenburg“ lautet.

Der Name setzt sich aus mehreren Teilen zusammen:

  • „Weißenburg“ bedeutet schlicht „weiße Burg“ (vermutlich wegen heller Mauern oder Gebäude).
  • „Stuhl“ hat hier nichts mit einem Möbelstück zu tun, sondern kommt vom mittelhochdeutschen stuol, was so viel wie „Thron“ oder „Sitz“ bedeutet.

Zusammen bedeutet Stuhlweißenburg also etwa „Weiße Burg des Thrones“ oder „Thronsitz in der weißen Burg“.

Warum dieser Zusatz?
Die Stadt war im Mittelalter ein extrem wichtiger Ort im Königreich Ungarn:

  • Hier fanden Königskrönungen statt
  • Viele ungarische Könige wurden dort begraben
  • Es war eine Art königlicher Hauptsitz

Deshalb bekam sie den Zusatz „Stuhl“ – als Hinweis auf ihre Funktion als königlicher Sitz bzw. Krönungsort.

Der ungarische Name Székesfehérvár bedeutet übrigens genau dasselbe:

  • szék = Sitz/Thron
  • fehér = weiß
  • vár = Burg

Also auch hier: „Thron-Weißenburg“.

Nachdem wir uns in unserer Unterkunft frisch gemacht hatten, schauten wir uns die Altstadt von Székesfehérvár an. Von der Krönungskathedrale sind leider nur Ruinen übrig. Nichtsdestotrotz hat die Altstadt mit dem Bischofspalast und dem St. Stephans Dom noch viele weitere Highlights zur Verfügung, wie z.B. die Bierkneipe „Beeráló Craft Beer Pub“. Um sich hier durch die Bierkarte zu saufen, bräuchten wir noch eine Woche Urlaub und danach einen Aufenthalt im Sanatorium (oder auch Entzugsklinik genannt). Wir beschränkten uns daher auf kleine Kostproben der folgenden Sorten:

  • Cashmore Hazy (Brew Your Mind – Kleinbrauerei Szekszárd/Ungarn)
  • Jürgens Märzen (Jürgens Braugarage – Nichtkommerziell Brauerei Deutschland)
  • Caramel Crüe (Mad Scientiest – Mikrobrauerei Budapest/Ungarn)
  • Skybreaker (Horizont Brewing – Kleinbrauerei Budapest/Ungarn)
  • No Memories (Brew Your Mind – Kleinbrauerei Szekszárd/Ungarn)

In diesem Sinne des letzten Biernamens gute Nacht und hoffentlich bis morgen!


PS: Nach unserem Besuch war das Faß mit „No Memories“ Bier leer. What Happens in Székesfehérvár stays in Székesfehérvár!

Bis hoffentlich morgen,
Gimli

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