Barbarossaquelle

Der Mai neigt sich dem Ende entgegen und endlich mal tolles Radfahrwetter, wo man mit kurzen Klamotten fahren konnte. Obi und ich nutzten das auch gleich, um eine längere Tour zu machen und wir wären fast bis Bayern gekommen. Wir blieben aber in Hessen, dem waldreichsten Bundesland. Diese Info hat Obi aus einer Reportage, die er gesehen hat und wir sind heute durch viel Wald gefahren.

Unser Treffpunkt war in Bad Vilbel und wir fuhren über die Hohe Straße nach Hanau, wo wir dann auch erst mal eine ganze Weile im Wald verschwanden und der Kinzig folgten. Über eine Holzbrücke sollten wir die Kinzig überqueren, jedoch waren wir hier auf dem Holzweg. Die Brücke war gesperrt.

Holzbrücke gesperrt

Direkt bei der Brücke war auch ein Umleitungsschild. Wir mussten wieder einen knappen Kilometer zurück über die Lamboybrücke und konnten unsere Tour durch den Wald fortsetzen.

Mitten im Wald tauchte plötzlich die Ruine des Servitenklkoster St. Wolfgang (bzw. Serviettenkloster, wie Obi zuerst gelesen hat) auf. 1486 siedelten hier die ersten Mönche an, aber nachdem das Kloster im Bauernkrieg mehrmals verwüstet wurde, wurde es 1527 bereits wieder aufgegeben.

Nicht weit vom Kloster entfernt ist das Forstamt Hanau. Wir haben hier einen sehr interessanten Fakt über die Hanauer Wälder erfahren. Eine Bank lädt hier ein, um eine Viertelstunde zu verweilen. In der Zeit wächst in den Hanauer Wäldern genau so viel Holz nach, wie für den Bau dieser Bank verwendet wurde. Die Bank hat eine ungefähre Länge von zwei Fahrrädern.
Beim Forstamt steht auch der höchste Baum Hanaus. Der Mammutbaum wurde 1950 gepflanzt und hatte 2016 eine Höhe von 37 Metern.

Nach fünf weiteren Kilometern kamen wir zur Barbarossaquelle. Was soll ich sagen, ein wunderschönes Fleckchen mitten im Wald. Sie ist nach Kaiser Friedrich I., auch als Barbarossa bekannt, benannt. Bei seinen Jagdausflügen nutzte er die Quelle häufig, um hier zu rasten. Das machten wir auch. Wahrscheinlich war das früher aber noch nicht so komfortabel. Ich denke mal, die Tische und Bänke gab es damals noch nicht.
Während unserer einstündigen Pause wurden wir Augen- und Ohrenzeugen eines Handyakkudauerstreßtests. Ein ganzes Stück entfernt saß ein Mann auf der Bank und telefonierte die ganze Zeit lautstark mit dem Handy. Er redete ohne Punkt und Komma. Wir bekamen während unserer ausgiebigen Pause seine komplette Lebensgeschichte mit. Wir fragten uns, kommt denn die Person am anderen Ende des Telefons auch mal zu Wort? Hat die Person womöglich den Hörer schon zur Seite gelegt? Lebt die Person noch oder blutet sie schon aus den Ohren? Wir mussten irgendwie an Hessie James denken. Ihr kennt Hessie James nicht, dann schaut Euch am Ende mal das Video an.
Der Knaller aber war dann, als wir uns gerade wieder aufs Rad schwingen wollten und wir von hinten hörten: „Du Manfred, ich muss dann jetzt mal Schluss machen und weiter.“ Armer Manfred! Und wir brachen erstmal in Gelächter aus.

Den Deutschen Limesradweg entlang, kamen wir bei Groß-Krotzenburg aus dem Wald heraus. Am Main entlang ging es dann zurück nach Frankfurt. Ich nahm die Einladung von Obi gerne an, noch mit zu ihm zum Grillen zu kommen. Es war sehr lecker!


Nach dem leckeren Grillen ging es dann auch für mich nach Hause.

Bis bald,
Gimli

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