Durch die nördliche Wetterau

Die heutige Tour hat eine Vorgeschichte, die vor acht Jahren begann. Damals machten Claude, Thomas und ich uns auf den Weg nach Motala in Schweden, um dort an der Vätternrundan teilzunehmen.

Claude (CyclingClaude) hatte bereits schon teilgenommen. Thomas und ich waren 2014 als Frischlinge am Start, um die ca. 300 Kilometer rund um den Vätternsee (Europas sechstgrößter Binnensee) in einem Rutsch durchzufahren, was wir auch in unter 10 Stunden (brutto) geschafft haben.

Unsere Idee war es, dass wir am diesjährigen Fronleichnam die Regionalpark Rhein-Main Rundroute mit ihren knapp 200 Kilometern in einem Stück fahren wollten. Leider ist Claude erkrankt. Wir wollen die Tour aber gerne zusammen machen und so entschieden wir uns einen neuen Termin zu suchen.

Nichtsdestotrotz verabredeten Thomas und ich uns für eine gemeinsame Tour. Mit dem 9,- EUR-Ticket fuhr ich nach Friedberg und wir wollten uns am Bahnhof treffen. Blöd war nur, als ich am Mittwoch Abend vom Training nach Hause kam, war ein Zettel an der Haustür mit der Info, dass wegen eines Wasserschadens das Wasser abgestellt ist. Na super!

Also fuhr ich vom Bahnhof zu Thomas, um bei ihm erstmal meine Wasserflaschen aufzufüllen. Thomas hatte die Tour geplant. Er hatte die Strecke irgendwo mal gesehen und wollte sie unbedingt mal ausprobieren. Das gute an der Tour ist, dass sie durch relativ viel Wald führt, was die Hitze etwas erträglicher machte.

Von Friedberg ging es direkt rauf zum Steinkopf. Es war nicht der einfachste Weg und sehr traillastig und zum Teil versperrten Bäume uns den Weg. Vom Steinkopf ging es zum Wintersteinturm, von wo wir die Aussicht genossen. Es war leider etwas diesig, aber man konnte die Wolkenkratzer in Frankfurt noch erkennen.

Vom Winterstein ging es einen schmalen Trail hinunter. Irgendwie kam mir die Strecke so vertraut vor. Leider verlor dann irgendwann der Schlauch in meinem Vorderrad den Kampf gegen einen spitzen Stein und ich frönte meinem neuen Hobby – „Schlauch wechseln“.

Weiter ging es bergab. Manchmal war es für uns nicht nachvollziehbar, warum wir gerade jetzt hier abbiegen sollen. Irgendwann ging es dann quer über Wiesen wieder bergauf in Richtung Hausberg. Ich meinte dann zu Thomas, die Strecke erinnere mich sehr an die Veranstaltung Wetterau³, die ich letztes Jahr zu Fronleichnam gefahren bin. Und Thomas meinte: „Ja, ich glaube da habe ich die Strecke auch her.“

Aha, dann stand uns ja noch einiges bevor. Oben beim Hausberg machten wir aber erst einmal Rast und wir nahmen uns auch die Zeit, auf den Aussichtsturm hochzugehen. Aussicht war toll, aber wie schon gesagt, leider etwas diesig.

Weiter ging es in Richtung Butzbach. Butzbach ist übrigens eine wunderschöne Fachwerkstatt. Ich erzählte Thomas, dass sich hier beim McDonalds oder an der Tankstelle bei der Tour letztes Jahr alle irgendwie zur Mittagspause getroffen haben.

Unsere Wasservorräte wurden knapp und ich erinnerte mich, was ich letztes Jahr bei der Tour gelernt habe. Dort lernte ich Olli kennen, der Pastor in der Nähe von Kassel ist. Er erzählte mir, dass er „Friedhofstrinker“ ist. Er meinte damit, dass er seine Trinkflaschen auf Friedhöfen auffüllt. In Deutschland gibt es auf den Friedhöfen an den Wasserstellen zum größten Teil Trinkwasser und falls nicht, dann steht dies explizit dran. In Münzenberg füllten wir unsere Flaschen wieder auf.

An der Burgruine Münzenberg machten wir noch einen kleinen Fotostopp und dann ging es auf direkten Weg wieder zurück nach Friedberg. Den Schwenker nach Bad Nauheim ließen wir aus.
Bei Thomas im Garten gab es kellerkühle iostonische Getränke und wir hatten uns einiges zu erzählen, da wir uns mehrere Jahr nicht gesehen haben. Die Tour hat riesigen Spaß und schreit nach Wiederholung (ggf. aber eine andere Strecke). Hoffentlich finden wir auch einen Termin, damit wir zu dritt die 200 Kilometerrunde angehen können.

Für mich ging es mit dem Zug wieder zurück. Zu Hause gab es leider eine unangenehme Überraschung. Wir hatten immer noch kein Wasser. So wie ich war, habe ich mich ins Auto gesetzt, bin zu meinen Eltern, um dort zu duschen und zusammen mit meinen Eltern und Obis Familie in großer Runde zu Abend zu essen.


Bis bald,
Gimli

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