Wanderung zum Reykjadalur Thermalbad

Heute fuhren Basti und ich mit dem Bus raus nach Hveragerði, um dort eine Wanderung zu machen. Mit dem Bus erreicht man den Ort in ca. 40 – 60 Minuten von Reykjavik aus. In Hveragerði war ich bereits über Silvester 2019/2020, als dort das Ultimate Frisbee HAT-Turnier stattfand.

Nachdem wir mit dem Bus angekommen sind, ging es erst einmal in den Geothermalpark von Hveragerði. Ein Großteil der Quellen sind seit dem Erdbeben 2008 versiegt. Es gibt aber immer noch den Eilífur Goshver (Ewiger Geysir), der alle 20 Minuten regelmäßig heißes Wasser ausspuckt. Am Eingang zum Park kann man auch rohe Eier kaufen und die in einen der heißen Quellen kochen. Auch wird hier eigenes Brot gebacken.
Ein kleiner Funfact ist die Müquelle oder Anna’s Quelle, der sich auf den Namen einer Frau bezieht, die in der Nähe wohnte. Früher war die Quelle eine Vertiefung mit einer kleinen Furmarole (vulkanische Dampfaustrittstelle), die als Müllhalde verwendet wurde. Während eines Erdbebens im Jahr 1947, bei dem auch der Vulkan Hekla ausbrach, gab es eine große Explosion in der heißen Quelle, die den Müll der Dorfbewohner durch die ganze Stadt schleuderte. Dies wiederholte sich während des großen Erdbebens im Jahr 2008. Verschiedene Gegenstände, die die heiße Quelle ausgespuckt hat, sind jetzt im Gewächshaus ausgestellt. Außerdem findet man in dem Gewächshaus eine Bananenstaude und Cannabispflanze. In Island ist vieles durch die Thermalenergie möglich.

Unsere Wanderung begann bei trockenem Wetter mit angenehmen Temperaturen. Wir kamen auch an der ehemaligen Halle (bzw. was davon noch übrig war) vorbei, in der 2019 das Frisbeeturnier stattgefunden hatte. Das war eine Ballonhalle. Am 22.02.2022 gab es hier einen heftigen Sturm, den die Halle leider nicht überlebt hat. Es soll aber eine neue Halle aus Beton und Stahl gebaut werden.

Der Himmel zog sich immer mehr zu und es beginn zu regnen. Bis wir an der Quelle waren, wurde der Regen immer heftiger. Aber wo wir schonmal hier waren, da wollten wir auch baden. Wir hatten ja schließlich die Badeklamotten nicht umsonst hier hochgeschleppt.
Das Wasser war wunderbar warm bzw. an manchen Stellen auch richtig heiß. Zwischenzeitlich wurde der Regen immer heftiger. Im warmen Wasser war dies aber egal. Es kostete Überwindung, um aus dem warmen Nass wieder ins kalte Nass heraus zu kommen. Natürlich passten wir den Moment ab, wo auch noch kalter Wind einsetzte.

Wir machten uns im Regen wieder auf den Rückweg. Gefühlt hatte der Wasserfall, den wir auch auf dem Hinweg passiert hatten plötzlich mehr Wasser.
Ein kurzer Check des Busfahrplans sagte uns, dass es knapp werden könnte mit dem nächsten Bus. Danach würde erst in zwei Stunden wieder einer fahren. So durchnässt, wie wir inzwischen waren, hatte keiner von uns Lust drauf, hier im Ort irgendwo rumzusitzen. Wir entschieden uns deshalb spontan für die letzten 1,5 Kilometer einen E-Roller zu nehmen. Ja, die gibt es hier in Island auch in kleinen 3.000 Seelenorten.

Den Bus haben wir bekommen und die heiße Dusche im Hotel war dann einfach nur noch Gold wert.


Für Basti geht es morgen schon wieder zurück nach Deutschland. Ich bleibe noch einen Tag länger und werde morgen noch mal einen Ausflug machen. Mal schauen, wie das Wetter morgen wird.

Bis danne,
Gimli

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