Tag 9 und 10: Mailänder Scala(s)

Gestern ging es für mich mit dem Zug von Rom zurück nach Mailand. 45 Minuten Verspätung auf einer siebenstündigen Bahnfahrt ist ja für einen Bahnfahrer aus Deutschland nichts ungewöhnliches. Zum Glück war es eine Direktverbindung und es bestand keine Gefahr, dass ich den Anschluss verpasse.

In Mailand hatte ich für zwei Nächte nochmal ein Bed & Breakfast gebucht. Für die Unterkunft „B&B La Terrazza di Barbara“ muss ich eine absolute Empfehlung aussprechen. Barbara ist eine unwahrscheinlich nette und freundliche Vermieterin. Die Zimmer sind hell und schön und wie der Name schon verrät, gab es heute morgen trotz leichten Regens das Frühstück auf der überdachten Terrasse.

Mit den Öffis ging es dann in die Stadt. Ähnlich wie in London kann man die Öffentlichen Verkehrsmittel sehr einfach durch kontaktloses Bezahlen mit einer Kreditkarte, Handy oder Uhr verwenden. Eine Einzelfahrt kostet in Mailand 2,20 Euro. Ab vier Fahrten wird einem in Summe nur der Preis eines Tagestickets in Höhe von 7,00 Euro abgebucht.

In Mailand gibt es ja zwei Scalas. Zum einen das Teatro alla Scala oder besser bekannt als das Opernhaus Mailänder Scala und die in Italien genannte „La Scala del calcio“ („Das Opernhaus des Fußballs“) oder besser bekannt als das Guiseppe-Meazza-Stadion in San Siro.

Die Scala ist eines der bekanntesten und auch bedeutendsten Opernhäuser der Welt. Die Scala wurde 1778 errichtet, nachdem der Vorgängerbau nach einem Brand im Jahre 1776 vollkommen zerstört wurde. Die Oper hat von der Fläche die größte Bühne der Welt. Der Bühnenturm ist 38 Meter hoch und ingesamt sechs verschiedene Bühnen können vorgehalten werden. Dies ermöglicht es, dass verschiedene Stücke in der Woche gezeigt werden können. Außerdem gibt es mehrere Bühnen auf denen geprobt werden kann. Das Modell der Oper im Foyer zeigt beeindruckend die ganzen Ausmaße des gesamten Opernhauses. Eine berühmte Operndiva, die an der Oper sang, war Maria Callas. Berühmte Weltpremieren waren bspw. Nabucco, Otello von Guiseppe Verdi oder Madame Butterfly von Giacomo Puccini. Eine Anekdote aus der Führung: Die Oper Nabucco wäre beinahe nicht entstanden. Verdi litt nach einem Misserfolg und dem Tod seiner Frau und seiner Kinder unter Depressionen und wollte das Komponieren aufgeben. Sein Freund Bartolomeo Merelli, zu der Zeit Direktor der Scala, hatte einen Text und versuchte Verdi zu überreden sich den Text anzuschauen und zu verarbeiten. Verdi lehnte jedoch ab. Merelli steckte ihm den Text in die Manteltasche und als Verdi ihn später las, war er überzeugt eine neue Oper zu schaffen. Es war der Text „Va, pensiero, sull’ali dorate(„Flieg, Gedanke, auf goldenen Schwingen“), der berühmte Gefangenenchor aus der Oper Nabucco die Verdis erster Welterfolg wurde. Auf Wikipedia gibt es eine andere Version der Entstehungsgeschichte.

Von der Oper in der Innenstadt ging es zur anderen Oper im Stadtteil San Siro. Das 1926 eingeweihte Stadion trug ursprünglich den Namen San Siro wie der Stadtteil. Seit 1980 trägt es zu Ehren des Spielers Guiseppe Mezza, der für beide Mailänder Vereine gespielt hat, seinen Namen. Es ist die Heimspielstätte vom AC Mailand und Inter Mailand und hat somit die Besonderheit, dass es drei Kabinen gibt. Eine für den AC, eine für Inter und eine für das Gastteam. Im Gang zur Kabine des ACs sind die Titel aufgeführt. Bei Inter sind Nummern und Namen verdienter Spieler an den Wänden. Es ist aktuell das größte Stadion Italiens, aber die Zukunft ist ungewiss. Beide Teams wollten ein neues Stadion bauen. Das Stadion steht aber unter Denkmalschutz und darf nicht abgerissen werden. Jetzt planen beide Teams an verschiedenen Standorten jeweils ein eigenes Stadion zu bauen.


Hiermit endet meine Italienreise. Morgen geht es mit dem Zug zurück nach Frankfurt.

Bis danne,
Gimli

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